Kamikaze


Kamikaze (jap. Götterwind) ist der japanische Begriff für ein Phänomen, das im 13. Jahrhundert zur Verhinderung zweier Mongoleninvasionen in Japan beitrug.

 

Unter dem Mongolenherrscher Kublai Khan, einem Enkel von Dschingis Khan, unternahm eine mongolisch-koreanische Streitmacht im Jahr 1274 den Versuch, das japanische Kaiserreich zu erobern, nachdem Japan es zuvor abgelehnt hatte, sich den Mongolen zu unterwerfen. Es gelang ihnen zwar, auf den Inseln Kyushu undTsushima zu landen und den japanischen Verteidigern schwere Verluste zuzufügen, sie zogen sich bei Nacht jedoch auf ihre Schiffe zurück und wurden dort von einem Taifun (Bunei no eki) überrascht, durch den über 10.000 Mann, rund ein Drittel der Invasionsstreitkräfte, ums Leben kamen.

 

7 Jahre später stach eine weitere, wesentlich größere Invasionsflotte in See (Schlacht von Kouan). Wiederum gelang es den Mongolen zwar, auf Kyushu zu landen. Die Japaner waren diesmal jedoch besser vorbereitet und hatten entlang der Küsten der Hakata-Bucht eine Verteidigungsmauer gebaut, Truppen zusammengezogen und diese sogar in den bei den Mongolen beobachteten Kampftechniken unterrichtet. So konnten die Japaner den Angreifern zwei Monate standhalten, bis ein zweiter Taifun (Koan no eki) die meisten Schiffe der Invasionsflotte zerstörte und der größte Teil der Streitkräfte, angeblich über 100.000 Mann, starb. Nach neueren Entdeckungen eines japanischen Forschers an den Überesten der untergegangenen Flotte handelte es sich zum größeren Teil um Flussschiffe, die dem Meer und seinen Stürmen nicht gewachsen waren. Auch waren die innerhalb eines Jahres schnell zusammengebauten Schiffe an den Mastfüßen entweder massiv von den eroberten chinesischen Schiffbauern sabotiert worden, oder aufgrund von Zeitmangel so schlecht ausgeführt, daß die technische Konstruktion schlichtweg sturmuntauglich für die ansonsten bekannt hervorragenden chinesichen Seeschiffe war. Kublai Khan gab seine Eroberungsabsichten, über die bereits Marco Polo berichtet hatte, nie auf, aber die wiederholten Aufstände in China und Korea ließen es nicht mehr zu.

 

Diese beiden Stürme wurden als Götterwind bezeichnet und bestärkten die Japaner in dem Glauben, ihr Land werde von den Göttern beschützt.